Haüfig gestellte Fragen zu Schutzplanken

Die Bezeichnung "Leitplanken" ist ein veralteter Begriff, der im Volksmund verbreitet ist. Der Begriff "Schutzplanken" ist der richtige Fachbegriff, denn Schutzplanken sollen den Verkehrsteilnehmer nicht leiten (dafür gibt es Leitpfosten an den Straßen), sondern vor Gefahren schützen.

In Deutschland existieren zwei Schutzplankenprofile: Profil A und Profil B. Beide Profile sind für den öffentlichen Straßenverkehr zugelassen und werden als gleichwertig angesehen.

Das Profil B bietet einige Vorteile, daher empfehlen wir es für die Neumontage:
  • geringeres Gewicht
  • günstigerer Preis
  • weniger Schrauben notwendig
  • weniger Bohrlöcher (bei Passstücken) notwendig
  • schnellere Montage
  • schnellere Verfügbarkeit und größere Auswahl an Zubehör
Das Profil A sollte verwendet werden, wenn im Umfeld bereits Profil A-Schutzplanken vorhanden sind, um ein einheitliches Bild zu erhalten, oder wenn eine beschädigte Profil A-Schutzplanke ausgetauscht werden soll. Neben der regionalen Verbreitung der Profile entscheidet auch der Geschmack, da das Schutzplankenprofil wesentlich zum Aussehen der Konstruktion beiträgt.

Da bei einem Schutzplankenholm die Enden unterschiedlich sind, benötigt man zwei verschiedene Kopfstücke. Der Anfang der Schutzplanke hat Rundlöcher und ist verkröpft. Deshalb muss am Anfang (rechts) das Kopfstück „Tropfloch" eingebaut werden, welches nicht verkröpft ist und Tropflöcher für die Halbrundkopfschraube mit Nase besitzt. Das Kopfstück Tropfloch wird vorne auf das Schutzplankenprofil montiert.

Am Ende (links) der Schutzplanke hat man das unverkröpfte Ende mit den Tropflöchern. Hier muss also das Kopfstück „Rundloch" montiert werden, welches verkröpft ist. Dieses Kopfstück wird hinter das Schutzplankenprofil montiert.
Achtung: Diese Erklärung gilt nur für Schutzplankenholme in Originallänge. Wenn ein Holm für Schutzplanken gekürzt wird, muss beachtet werden, dass nur ein Schutzplankenpassstück mit einem verkröpften und einem unverkröpften Ende entsteht. Das Reststück hat kein verkröpftes Ende mehr und kann nur eingeschränkt verwendet werden!

Es gibt Sigma-Pfosten, IPE-Pfosten und LUMAX-Rail-Pfosten.
Sigma-Pfosten sind für einen Rammschutz nicht geignet, da die Pfosten mit Fußplatte zum Teil mit Kunststoffmuttern verschraubt sind und sehr schnell abbrechen. Daher werden seit vielen Jahren die etwas robusteren IPE-Pfosten als Rammschutz verwendet, welche mit der Fußplatte verschweißt sind. IPE-Pfosten haben sich seit vielen Jahren im Industrieeinsatz bewährt. Die vielfach etablierten IPE 100-Pfosten haben einen kleinen Nachteil, da die Schutzplanke nur mit einer relativ schwachen M10-Verschraubung befestigt werden kann.
Daher hat sich das Team der LUMAX Strassensicherung GmbH mit diesem Problem befasst und seit 2014 die LUMAX-Rail-Pfosten entwickelt. Die Pfosten werden aus einem robusten 5 Millimeter-C-Profil hergestellt. Dieses Pfostenprofil wird bei modernen Fahrzeugrückhaltesystem im Straßenverkehr verwendet, welche sogar Lkws und Busse aufhalten können. Das C-Profil ist sehr gut geeignet, um die Schutzplanke mit M16-Schrauben zu befestigen. Ein Bruch der Schraube ist beim Aufprall nahezu ausgeschlossen. Die Löcher wurden so intelligent platziert, dass eine problemlose Montage von mehreren Schutzplankenholmen übereinander möglich ist.

Es gibt mehrere Gründe, wieso wir uns entschieden haben keine Sigma-Bausätze zu verkaufen. Wir möchten unseren Kunden gute und qualitative Produkte anbieten. Sigma-Pfosten mit Fußplatte haben einige Nachteile, da sie ursprünglich für Brücken im Straßenverkehr entwickelt wurden.
Der Standard-Sigma-Pfosten mit Fußplatte weist immer eine Neigung von 4% auf. Er ist so konzipiert, dass er im Falle eines Aufpralls nachgeben soll. Daher haben Sigma-Pfosten mit Fußplatte 2 Stahl- und 2 Kunststoffmuttern. Bei einem Aufprall soll der Pfosten von der Platte leicht abreißen. Dies ist bei einem Rammschutz im Industriebereich nicht optimal. Ein Rammschutzpfosten sollte so robust, wie möglich sein und auf keinen Fall Sollbruchstellen besitzen.

Der Sigma-Pfosten mit Fußplatte hat sogar 2 Sollbruchstellen, wenn die Schutzplanke am Sigma-Pfosten nur mit M10-Schrauben befestigt wird. Im Falle eines Aufpralls reißt der Pfosten von der Platte und die M10-Schraube bei der Schutzplanke bricht - schnell wird dann ein lebensgefährliches Geschoss daraus.

Im Internet gibt es zwar viele Angebote von Bausätzen mit Sigma-Pfosten, die mit Kunststoffmuttern an der Fußplatte befestigt sind und bei denen die Schutzplanke direkt an so einem Pfosten befestigt wird. Im Straßenverkehr darf er nur mit einem Abstandhalter verwendet werden.
Oft wird behauptet, dass die Konstruktion der STVO entspricht. Dies ist definitiv eine Falschinformation. Erstens regelt die STVO nicht, welche Schutzplanken im Straßenverkehr montiert werden und zweitens darf dies im öffentlichen Straßenverkehr nicht montiert werden, da die Konstruktion nicht geprüft wurde. Wir können Ihnen daher definitiv davon abraten solche Konstruktionen einzubauen.
Als gerammte und einbetonierte Pfosten können die Pfosten verwendet werden. Eine Sollbruchstelle bleibt aber weiterhin (genau wie bei IPE-Pfosten), wenn die Schutzplanke standardmäßig mit M10-Schrauben verschraubt wird.

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